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Wieso ein Nachtkulturfonds?

Das Zürcher Nachtleben steht für die kulturelle Vielfalt in der Stadt Zürich. Rund 180 Nachtleben relevante Unternehmen führen jährlich auf eigenes Risiko rund 15’000 kulturelle Veranstaltungen durch. Dieses Angebot trägt nicht nur zur Attraktivität der Stadt bei, das Nachtleben, Bars und Festivals stellen einen wichtigen wirtschaftlichen und kulturellen Faktor dar. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurde die Nachtkultur nur sporadisch gefördert. Nur drei von rund 180 relevanten Nachtkulturunternehmen erhalten eine reguläre Förderung, nur wenige profitierten von einer Projektfinanzierung. Allen Bereichen gemeinsam ist, dass die Betriebskosten in den letzten Jahren gestiegen sind und dass zunehmend in Schall und Emissionsschutz investiert werden muss. Der Zürcher Nachtkulturfonds soll nun die eigenen Abwehrkräfte stärken, in dem die Möglichkeit geschaffen wird, spezifische nicht voraussehbare Risiken, wie sie gerade mit der Covid-19 Pandemie vorliegen und ausserordentliche Umbaukosten mitzutragen, es soll aber auch möglich sein, zum Beispiel Talent- und Jugendanlässe (ü16 Partys) sowie überbetriebliche Projekte zu fördern. Als Vorbild dienen die Hamburger Clubstiftung mit «Save Our Sounds» sowie der Lärmschutzfonds Berlin.

Statuten Zürcher Nachtkulturfonds
FAQ Zürcher Nachtkulturfonds (Stand 25.11.2020)

Was wird unterstützt?

Mit dem neu geschaffenen Nachtkulturfonds, wird ein nachhaltiges Förderinstrument aufgebaut, welches zu Covid-19 Zeiten zu einer Notfallkasse, für Unternehmen und für die Nachtkultur wichtige Einzelpersonen, werden kann, zukünftig damit aber auch betriebsinterne und betriebsübergreifende Nachtleben-Projekte unterstützt werden können. Die Vergabe der Gelder ist an ein Reglement verknüpft und der Entscheid wird durch einen unabhängigen Beirat gefällt.

Reglement Zürcher Nachtkulturfonds (Stand 25.11.2020)

Innovation und Nachhaltigkeit

Die Mittel des Nachkulturfonds können zur Finanzierung von Projekten im Zusammenhang mit Innovation und Nachhaltigkeit verwendet werden. Beispiele sind: Schallschutzbauten, Energiesanierungen etc. Der Finanzierungsanteil beträgt jeweils maximal 50% vom Investitionsvolumen. Im Zusammenhang mit der Covid-19 Pandemie ist es auch denkbar, dass Investitionen in Covid-19 Schutzmassnahmen, z.B. Einbau einer optimierten Lüftung, mitfinanziert werden.

Betriebssicherungen (Covid-19 Nothilfe)

Die Mittel des Nachtkulturfonds können in einer Notsituation, in Form von à fonds perdu Beiträgen zur vorläufigen Liquiditätssicherung zur Verfügung gestellt werden. Der Notstand muss begründet werden, der Betrieb muss glaubhaft darstellen, was er alles unternommen hat um die Liquidität zu sichern und belegen, dass es sich um ein gesundes Unternehmen handelt. Es werden nur Verbindlichkeiten übernommen, die einen Betrieb nachweislich in eine finanzielle Notlage bringen. Dabei kann es sich um folgende Ausgaben handeln:

  • Offene Rechnungen von Künstlern, Freelancern etc. welche eine Leistung erbracht haben, diese aber noch nicht bezahlt worden sind
  • Rechnungen von Lieferanten und Dienstleister
  • Abgabe an die Sozialversicherungen
  • Mieten, wenn es keine nationale Lösung gibt (Covid-19 Geschäftsmietgesetz)
  • Kranken-, Unfallversicherungsprämien

Betriebsübergreifende Projekte, Umsetzung von Visionen

Die Mittel des Nachtkulturfonds können für die Finanzierung von betriebsübergreifenden Projekten verwendet werden. Dabei geht es um Visionen, die den Ruf der Stadt Zürich als einer der Nachkulturorte in Europa fördern. Im Zusammenhang mit der Covid-19 Pandemie ist es auch denkbar, dass Investitionen in gemeinsame Schutzmassnahmen, z.B. der Kauf von Hygienemasken, über den Fond getätigt werden können.

Beirat

Zusammensetzung Beirat, Stand 19.11.2020:
(weitere Beiräte werden noch folgen)
Isabelle Tschäppeler (BCK Vorstand)
Alexander Bücheli (BCK Vorstand)
Vertretung Gastro Zurich City
Vertretung NachtStadtrat
Vertretung Pro Nachtleben Zürich
Luca Papini (DJ, Host, MC, Dragqueen Tara LaTrash)
Céline Werdelis (Radio 24/Tele Züri/Bandfotografie)
Philipp Schnyder von Wartensee (m4music, Migros-Kulturprozent)
Martin Bürki (Gemeinderat)
Johnny Roxx (DJ)
Peter Roth (Zürcher Barkultur)
Rosanna Grüter (DJ)
Anna Schindler (Stadt Zürich, Direktorin Stadtentwicklung)

Gesuche einreichen

Gesuche können jeweils zweimal jährlich elektronisch eingereicht werden, die Stichdaten sind der 31. März und der 30. September des jeweiligen Kalenderjahres. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel 30 Tage.

Release der ersten Unterstützungstranche des Zürcher Nachtkulturfonds als Nothilfe für Nachtkulturunternehmen und Einzelpersonen. Nachtkulturunternehmen aus der Stadt Zürich und im Kanton Zürich wohnhafte Nachtaktivisten (Künstler*innen, Musiker*innen etc.) können bis zum 01.02.2021 einmalige sofortige Unterstützungsbeiträge anzufordern. Dieses Geld soll in Notsituation zur vorläufigen Liquiditätssicherung, z.B. bis zum Erhalt der Härtefallgelder im März dienen, damit soll eine drohende Betreibung, Konkurs, Kündigung der Wohnung oder der Gang zum Sozialamt verhindert werden. Der maximale Betrag, der ausbezahlt wird, beträgt CHF 25’000.- bei einem Unternehmen und CHF 5’000.- bei einer Privatperson.

Gesuche können bis Montag, den 01.02.2021, 18.00, per Mail an guetnacht@bckzh.ch eingereicht werden.

Einzureichende Unterlagen

Auskunft erteilt, Alexander Bücheli, +41 76 574 49 76