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Gemeinsam kommen wir da durch, gemeinsam werden wir auch wieder tanzen

BCK Jahresbericht 2020

First out, last in oder die grösste Krise welche die Kultur der Nacht je erlebt hat, sind wohl die passendsten Attribute für das Vereinsjahr 2020. Der Freitag, der 13. März, wird den Gestalter*innen des Zürcher Nachtlebens noch ewig in Erinnerung bleiben, als der Bundesrat entschied, Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen zu verbieten. Somit setzte er einen Schlusspunkt hinter ein politisches Gerangel zwischen Bund und Kanton. Auch wenn die Erleichterung, nicht mehr Spielball der Politik zu sein, im ersten Moment überwiegte,wurde allen bewusst, dass Covid-19 das Nachtleben in der Schweiz verändern wird. Der erste Lockdown war geprägt von Verhandlungen rund um die durch den Bund angekündigten Covid-19 Unterstützungsmassnahmen. Der Bund gleiste zwar mit der Covid-19 Kulturverordnung schnell eine Entschädigung für Kulturunternehmen auf. Doch indem er Night Clubs, Dancings und Diskotheken ausschloss, war die Verunsicherung gross, ob nun unsere Mitglieder als Kulturunternehmen anerkannt werden. Schlussendlich musste diese Frage jeder Kanton für sich selber beantworten. Glücklicherweise war sich der Kanton Zürich dem kulturellen Wert des Nachtlebens bewusst, doch es dauerte weitere fünf Monate bis die ersten Kulturentschädigungen tatsächlich ausbezahlt wurden. Barbetriebe haben bis Ende Jahr noch keinerlei Unterstützung erhalten, hier gab es erst mit dem Härtefall Unterstützung. Glücklich war, wer zu den wenigen zählte, wo eine Versicherung den Schaden deckte. Kaum sanken die Ansteckungszahlen, fegte ein regelrechter Öffnungstsunami über die Schweiz hinweg. Nicht nur die Verbände, sondern auch Parteien glänzten darin, weitreichende Öffnungsschritte zu fordern. Irritierend war, dass die Schweizer Bar und Club Kommission nie von den Behörden angehört und die ganze Branche jeweils mit vollendeten Tatsachen konfrontiert worden ist. Wir hätten damals lieber noch zugewartet um dann nachhaltig zu öffnen. Die fehlende Zusammenarbeit zwischen den Behörden, der Wissenschaft und den betroffenen Branchen zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Pandemie. In der Öffentlichkeit wird dabei nur das Wort Unterstützung wahrgenommen, dass bei jeder Verordnung die Details verbessert werden müssen, ist dabei den meisten nicht bekannt. Obwohl wir im Sommer 2020 tanzten, war es nur eine Frage der Zeit, dass das Nachtleben wieder zu den ersten gehören würde, die von einem nächsten Lockdown betroffen sind. Erste Vorboten traten mit der Maskenpflicht ein und zu guter Letzt wurde die sitzende Konsumationspflicht eingeführt. Die wirtschaftliche Grundlage war da für die meisten Betriebe schon lange nicht mehr gegeben und einzelne Mitglieder haben seit März 2020 keine einzige Veranstaltung durchgeführt. Ende Oktober nannte der Bund das Kind beim Namen, in dem er Veranstaltungen ab Anfang November wieder verbot. Neben den Covid-19 Turbulenzen kann die Bar und Club Kommission auf ein Jahr zurückblicken, welches den Verband stärkte und auch näher zu den Mitgliedern brachte. Davon wird die BCK zukünftig sicherlich noch profitieren können. Ohne den immensen Arbeitsaufwand von Alexander Bücheli als Geschäftsführer, wäre es nie möglich gewesen, während der Pandemie die Mitglieder so zu unterstützen, weshalb hier ein ganz grosses Dankeschön an ihn für dieses Engagement geht!

Im Namen des Vorstandes
Marc Blickenstorfer (Präsident)
Alexander Bücheli (Geschäftsführer)

Alles nachzulesen im Jahresbericht 2020 en Detail.

BCK Jahresbericht 2020
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!Züri Tanzquartett!

!Züri Tanzquartett!

32 Karten, 32 Zürcher Clubs, lokalisiert gemäss ihrer geografischen Lage in der Stadt. Nächtliche Institutionen, die nicht nur Freude bereiten und das Tanzbein zum schwingen bringen, sondern auch das kulturelle Angebot mit viel Musik bereichern. Alleine die 32 im Quartett enthaltenen Clubs führen unter normalen Umständen jährlich rund 6’000 kulturelle Veranstaltungen durch. Haben Sie schon einmal um eine 15mm grosse Diskokugel gespielt? Oder ist es Ihnen lieber, bei der Anzahl Shots zu bleiben? Wie es für ein Quartett gehört, besteht auch dieses nicht nur aus hübschen Bildern, hier wird mit akribisch eruierten wissenschaftlichen Daten gespielt!

Nun… wozu der ganze Aufwand? Als wehmütige Erinnerung an die «vor-Corona-Club-Ära»? Nein: Wir sehen das Züri Tanzquartett als Zeichen der Zuversicht, denn von jedem verkauften Exemplar des Spiels wandern 10 Sfr. in den Zürcher Nachtkulturfonds. Dieser hilft nicht nur Clubs, sondern auch DJs, Barkeeper*innen, Runner*innen, Veranstalter*innen, etc. und sorgt dafür, dass sie den Boden unter den Füssen nicht verlieren. Zudem sollen künftig auch Projekte und Ideen, die das Zürcher Nachtleben nachthaltig bereichern können, mitfinanziert werden. Kurzum: Das Züri Tanzquartett bietet ein Stück spielbare Geschichte des Zürcher Nachtlebens.

Idee und Umsetzung: Alexander Bücheli (BCKZH), Alex Flach, Grafische Umsetzung: art.I.schock GmbH

Bestellungen:
http://www.zueri-tanzquartett.ch
– Alternativ: wer kein Pay Pal besitzt kann das Quartett auch per Mail bestellen > mail@zueri-tanzquartett.ch

Oder am 02.09.2021 direkt im Hive abholen:
Alexander Bücheli und Alex Flach werden das Quartett am 2. September zwischen 17 und 19 Uhr vor oder im Hive (je nach Witterung) verkaufen. Das spart die Versandkosten und bietet die Möglichkeit persönlich DANKE sagen. Im Namen all jener, denen die 10 CHF pro Quartett zugute kommen.


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STREET PARADE 2018

14.08.2021 – Street Parade ohne Strasse

Schade, tanzt auch dieses Jahr Zürichs buntester Tatzelwurm nicht rund ums Seebecken. Weshalb wir uns gemeinsam mit dem Verein Street Parade gedacht haben, wenn nicht auf der Strasse, dann im Club! Für einen Hauch Street Parade sorgen nun zahlreiche Zürcher Clubs, die am eigentlich geplanten Tag der Street Parade, wenigstens Indoor für ein bisschen Parade Feeling sorgen.

Danke Hive, Heaven, Kaufleuten Club, Zukunft, Frieda’s Büxe, Samigo Amusement, Erika The Piñata, Klaus, Labor5, Zürich, Schneiderei, Mund Werk, Supermarket und Wunderbox für dieses tolle Committment!

Infos zum Programm

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14.08.2021 - Street Parade ohne Strasse
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Gemeinsam kommen wir da durch, gemeinsam werden wir auch wieder tanzen

BCK MEDIENMITTEILUNG 11.08.2021: REAKTION ZUM VORSCHLAG DES BUNDESRATES, AB 01. OKTOBER SYMPTOMLOSE COVID-TESTS FÜR DAS ZERTIFIKAT KOSTENPFLICHTIG ZU MACHEN

Der Bundesrat hat heute über seinen Vorschlag informiert, dass ab 01. Oktober Covid-19 Tests, welche ohne Symptome durchgeführt werden, kostenpflichtig sein sollten. Dieser Vorschlag ist keine Überraschung, das Impfen ist der Schlüssel aus der Pandemie raus und die Schweiz zieht damit mit anderen Ländern gleich. Wenig überraschend hat der Bundesrat zwar den Übergang in die Normalisierungsphase per 01. September angekündigt, doch auf weitere Lockerungen wird aufgrund der epidemiologischen Lage verzichtet. Definitiv entscheiden wir der Bundesrat am 26. August nach Abschluss der Konsultation.

Welche Auswirkung kostenpflichtige Tests auf die Kultur der Nacht und insbesondere auf alle Veranstaltungen in der Schweiz hätte (Sport, Messen, Theater etc.), lässt sich noch nicht abschätzen. Erzeugt diese Ankündigung die gewünschte Wirkung, das heisst steigt die Impfquote und die epidemiologische Lage bleibt stabil, müsste im Herbst logischerweise auch die Zertifikats-Zutrittsbeschränkung fallen. Bleibt das Zertifikat weiterhin obligatorisch, stellen kostenpflichtige Covid-Zertifikatstest einen zusätzlichen staatlichen Eingriff in die wirtschaftliche Freiheit von Kultur-, Sport-, Messen-, Konzert- und Nachtkulturunternehmen dar. Die Gefahr ist gross, dass dann das soziokulturelle Leben vor allem auf dem Lande zum Erliegen kommt und somit Unternehmen wieder durch den Staat unterstützt werden müssen. Ob dies dem Staat tatsächlich günstiger kommt, sei dahingestellt.

Auch steht die Frage im Raum, ob das Abschaffen von kostenlosen Tests tatsächlich zu einer höheren Impfquote führt. Zielt diese Massnahme doch eher auf ein junges und urbanes Publikum ab. Doch die Zahlen zeigen, dass in Bezug auf die Impfungen eher in ländlichen Regionen, die traditionellerweise nur über wenig Veranstaltungen verfügen, angesetzt werden muss. In der Stadt Zürich liegt beispielsweise die Impfquote bei den 20- bis 40-Jährigen schon jetzt bei über 70% (mindestens einmal geimpft). Für diese gelebte Solidarität möchten wir uns hiermit bei den Stadtzürcher:innen bedanken!

Medienmitteilung vom 11.08.2021

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Gemeinsam kommen wir da durch, gemeinsam werden wir auch wieder tanzen

Kampax Kampagne – Supermarket, Homophobie Vorwurf

Auch die BCK ist erschüttert. Solch menschenfeindliche und diskriminierende Aussagen sind nicht tolerierbar. Sie verleugnen unsere Wurzeln und unseren Glauben an die nächtliche Kultur der Offenheit! Für die BCK ist der Dialog ein wichtiges Instrument des Verbandswesen, weshalb wir das Gespräch gesucht haben. Im Rahmen dessen hat der Supermarket mit Nachdruck darauf bestanden, dass diese Aussagen nicht vom Absender stammen.

Des Weiteren hat der Supermarket den am 12.06.2021, aufgrund der Haltung der BCK in Bezug auf Covid-19, per WhatsApp eingereichte Austritt bestätigt. Somit ist der Supermarket per 01.07.2021 kein offizielles Mitglied der Bar & Club Kommission Zürich mehr.

Als Verband werden wir uns weiterhin im Rahmen von Personal- und Securityschulungen, Podiumsdiskussionen, Kampagnen und öffentlichen Statements für eine tolerante und offene Gesellschaft einsetzen. Dem Supermarket wünschen wir, dass er diese Angelegenheit geklärt kriegt und die dafür nötige Zeit erhält!

Genauso wie wir uns vor menschenfeindlichen und diskriminierenden Aussagen distanzieren, verurteilen wir auch jegliche Gewaltaufrufe, denn Liebe und Respekt kann nur für Allegelten!

#Pride#strongertogether#bettertogether#united#unstoppable#loveislove#lgbtiqpride#lgbtiq#queer#proud

Kampax Kampagne - Supermarket, Homophobie Vorwurf
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SBCK Statement 23.06.2021: Öffnungsschritt V, Erleichterung für das Schweizer Nachtleben, doch..

SBCK Statement 23.06.2021: Öffnungsschritt V, Erleichterung für das Schweizer Nachtleben, doch..

First out, last in hat sich bewahrheitet. Nach acht (!) Monaten hat eine ganze Branche auf dieses Signal gewartet. Der Entscheid des Bundesrates, Tanzveranstaltungen auch indoor, mit einer Zertifikats-Zutrittsbeschränkung, ohne weitere Schutzmassnahmen wieder zuzulassen, hat grosse Erleichterung ausgelöst. Da der Bundesrat neben der Zertifikats-Zutrittsbeschränkung konsequenterweise auf weitere Massnahmen wie Kapazitätseinschränkung, Maskenpflicht verzichtet, bietet sich erstmals eine Perspektive für die Nachtkulturunternehmen in der Schweiz!

Die Zutrittsbeschränkung stellt weiterhin eine grosse Einschränkung der wirtschaftlichen Freiheit dar. Deshalb ist es wichtig, dass es sich um eine zeitlich limitierte Massnahme handelt. Hier fehlt weiterhin eine klare Ansage, ab wann die Phase III eintritt, in welcher auch an Tanzveranstaltungen keine Schutzmassnahmen mehr umgesetzt werden müssen. Damit eine Zutrittsbeschränkung mittels Covid-Zertifikat funktioniert, stehen nun auch die Kantone in der Verantwortung, genügend niederschwellige Testkapazitäten zur Verfügung zu stellen. Hier zeichnen sich für das erste Wochenende grosse Schwierigkeiten ab, die wenigstens Orte wo Tests durchgeführt werden, verfügen schon über die Möglichkeit, Zertifikate auszustellen. Anscheinend wurden nicht nur die Gestalter:innen des Schweizer Nachtlebens, sondern auch das Bundesamt für Informatik und die Kantone vom Tempo des Bundesrates überrascht.

Auch wenn es sich um ein wichtiges erstes Signal nach Monaten der Perspektivlosigkeit handelt, bedeutet die Zertifikats-Zutrittsbeschränkung noch lange keine Normalität. Musik-Clubs sind die einzigen Orte in der Schweiz wo ein Zertifikatspflicht besteht. Trotz der Möglichkeit sich kostenlos für das Zertifikat testen zu lassen, werden Menschen ausgeschlossenen, was der nächtlichen Kultur der Offenheit widerspricht. Um diese beibehalten zu können, wäre es wichtig gewesen, Tanzveranstaltungen auch mit Maskentragpflicht, eingeschränkter Kapazität, Contact Tracing und sitzender Konsumation jedoch ohne Zertifikats-Zugangsbeschränkungen zuzulassen!

Trotz den Herausforderungen überwiegt die Freude nach acht Monaten wieder der Arbeit, der Passion nachgehen zu dürfen. Doch die Nachtkulturunternehmen der Schweiz werden in dieser Zwischenphase weiterhin auf Unterstützung angewiesen sein, weshalb die Obergrenze für Härtefallhilfe und die Entschädigung für Kulturunternehmen angehoben werden muss.

Musterschutzkonzept Clubveranstaltungen
Schema Eingangskontrolle Covid-Zertifikat

SBCK ist:
Bar & Club Kommission Zürich (BCK), Bar und Club Kommission Bern (BuCK), Grand Conseil de la Nuit Genève, Nacht Gallen St. Gallen, Bar- und Club Vereinigung Winterthur (BCVW), Kultur & Gastronomie Basel (K&G Basel), La Belle Nuit (LBN) Lausanne et Vaud

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SBCK Medienmitteilung 22.06.2021: Öffnungsschritt V, ab 28.06., eine erste Perspektive, doch für die Clubs in der Schweiz fehlt die wirtschaftliche Grundlage.

SBCK Medienmitteilung 22.06.2021: Öffnungsschritt V, ab 28.06., eine erste Perspektive, doch für die Clubs in der Schweiz fehlt die wirtschaftliche Grundlage.

Diesen Mittwoch wird der Bundesrat über die nächsten Öffnungsschritte, welche ab dem 28.06.2021 in Kraft treten, informieren. Dabei ist auch vorgesehen, dass Clubs mit Zertifikats-Zugangsbeschränkung, einer Auslastung von 50% der bewilligten Kapazität sowie einer absoluten Obergrenze von 250 Personen wieder öffnen dürfen. Diese Einschränkungen bieten keinem Kulturunternehmen in der Schweiz auch nur annähernd eine wirtschaftliche Basis. Acht (!) Monate hat eine ganze Branche, haben die Jugendlichen in der Schweiz, auf dieses Signal gewartet, doch nach der Prüfung der Konsultationsunterlagen und unter der Berücksichtigung der aktuellen epidemiologischen Lage, ist die Ernüchterung gross.

Jetzt öffnen, Zertifikats-Zutrittsbeschränkung wenn nötig im Herbst
Aus der Sicht der Schweizer Bar und Club Kommission (SBCK) antizipiert der Öffnungsschritt V zu wenig die aktuelle epidemiologische Lage. Diese verbessert sich kontinuierlich, obwohl die Innenräume wieder geöffnet sind und sich nur noch die wenigsten Menschen an die Covid-19 Massnahmen halten. Zudem wird die Impfquote anfangs Juli die 40% überschritten haben.

Wenn ab 28. Juni mit Covid-Zertifikat, dann:

  • Ohne weitere Schutzmassnahmen, denn das Covid-Zertifikat stellt genügend Sicherheit dar.
  • Sollen Tanzveranstaltungen mit Zutritts-Beschränkung auch drinnen und ohne Maskentragpflicht mit bis zu 1’000 Besucherinnen und Besuchern möglich sein.
  • Müssen genügend niederschwellige und kostenlose Testkapazitäten zur Verfügung stehen.
  • Muss die Obergrenze für Härtefallhilfe sowie das Budget für Kulturausfallentschädigungen angehoben werden.
  • Braucht es eine klare Ansage, ab wann die Phase III eintritt, in welcher auch für Tanzveranstaltungen keine Schutzmassnahmen mehr umgesetzt werden müssen.

Grundsätzlich soll auch die Möglichkeit bestehen, Tanzveranstaltungen mit Maskentragpflicht, eingeschränkter Kapazität, Contact Tracing und sitzender Konsumation jedoch ohne Zertifikats-Zugangsbeschränkung durchzuführen!

Lieber Bundesrat, schauen sie der Realität in diesem Land ins Auge: die Menschen drängen darauf das soziale Leben wieder in Angriff zu nehmen. Jetzt braucht es Normalität – das Zertifikat für Veranstaltungen kann, wenn es angezeigt ist (sprich bei einer Verschlechterung der epidemiologischen Lage), immer noch im Herbst eingeführt werden! Das Aufrechterhalten von solch rigorosen Einschränkungen für die Veranstaltungsbranche entbehrt jeder Verhältnismässigkeit, gefährdet die Akzeptanz der Schutzmassnahmen und drängt die jungen Menschen zum Besuch von illegalen Veranstaltungen ohne lästige und für sie nicht mehr nachvollziehbare Einschränkungen.

Medienmitteilung SBCK vom 21.06.2021

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SBCK Medienmitteilung 11.06.2021: Eine erste Perspektive für Tanzveranstaltungen und die Nachtkultur in der Schweiz, doch für die meisten Clubs fehlt weiterhin die wirtschaftliche Grundlage

SBCK Medienmitteilung 11.06.2021: Eine erste Perspektive für Tanzveranstaltungen und die Nachtkultur in der Schweiz, doch für die meisten Clubs fehlt weiterhin die wirtschaftliche Grundlage

Die Schweizer Bar & Club Kommission ist erfreut darüber, dass der Bundesrat im Rahmen der nächsten Öffnungsschritte ab 28.06.2021, die heute in Konsultationg geschickt worden sind, den Schweizer Nachtkulturunternehmen, den Veranstalter:innen erstmals nach 8 Monaten wieder eine Perspektive bietet.

Die Möglichkeit Tanzveranstaltungen draussen mit bis zu 5’000 Gästen, basierend auf Zutrittsbeschränkung, dafür ohne Maskenpflicht, durchführen zu können, ist ein wichtiger Schritt für die Schweizer Veranstaltungsbranche. Nun liegt es an den Gemeinden und Kantonen diesen Sommer vereinfachte Möglichkeiten zu schaffen, dass solche Veranstaltungen in der Realität bewilligt und auch durchgeführt werden können. Erfreulich ist auch, dass für die Gastronomie die Anzahl der Personenzahl pro Tisch auf der Terrasse und in Innenräumen erhöht worden sind und das draussen die Maskentragpflicht fällt.

Anders sieht die Stimmung bei den Clubs aus. Die Beschränkung auf 250 Gäste (indoor) wird es nur den wenigsten Betrieben (ca. 1/5) ermöglichen, ihren Betrieb wirtschaftlich zu führen. Die meisten Betriebe würden mit dieser Einschränkung wohl noch geschlossen bleiben. Möchte der Bundesrat der Kultur der Nacht tatsächlich eine Perspektive bieten, muss die Zahl der Gäste auf 1’000 Personen erhöht werden.

Eine Zutrittsbeschränkung mittels Covid-19 Zertifikat stellt weiterhin eine Einschränkung der wirtschaftlichen Freiheit dar. Dabei hätte man sich gewünscht, im Rahmen von Pilotveranstaltungen, Erfahrungen mit dieser Schutzmassnahme zu sammeln. Die Schlüsselelemente sind das Covid-19 Zertifikat, dessen Befüllung mit Test- und Impfresultaten und die Bereitschaft der Bevölkerung dieses zu nutzen. Wie gross diese sein wird, wird sich wohl erst im Juli zeigen. Eine grosse Unsicherheit stellt weiterhin die Befüllung des Zertifikates dar, geschieht dies nicht möglichst bald und effizient, in allen Kantonen, dann nützt auch die beste technische Lösung nichts. Nicht nur dies, es braucht eine Vorgabe durch den Bund wie genügend, niederschwellige und kostenlose Testmöglichkeiten geschaffen werden können. Dies ist besonders wichtig um Jugendliche, die in der ersten Phase wohl nur mittels Covid-Tests ein Zertifikat erhalten, nicht zu diskriminieren.

Da für die Schweizer Nachtkulturunternehmen die wirtschaftliche Basis weiterhin noch nicht gegeben ist, nicht wenige Betriebe wohl trotz den Lockerungen noch gar nicht die Türen öffnen können, muss die Obergrenze für Härtefallhilfe sowie das Budget für Kulturausfallentschädigungen angehoben werden. Zudem braucht es eine klare Ansage, ab wann die Phase III eintritt, in welcher auch für Tanzveranstaltungen keine Schutzmassnahmen mehr umgesetzt werden müssen.

Mit der heute in die Konsultation geschickte Öffnungs-Tranche IIII reagiert der Bundesrat auf einen immer grösser werdenden Drang, nicht nur junger Menschen, das soziale Leben wieder aufzunehmen. Ein menschliches Bedürfnis welches jetzt schon zunehmend im Rahmen von privaten und illegalen Partys ohne Schutzkonzept gestillt wird. Es handelt sich um eine erste wichtige Perspektive, nun braucht es noch Nachbesserungen!

Medienmitteilung vom 11.06.2021

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SBCK Medienmitteilung 24.05.2021: Das Covid-Zertifikat bietet eine Perspektive für die Nachtkultur – jetzt müssen die Umsetzungsdetails geklärt werden, damit nach dem virtuellen Club-Festival «Dance Together» vom letzten Wochenende bald wieder gemeinsam im Club getanzt werden kann.

SBCK Medienmitteilung 24.05.2021: Das Covid-Zertifikat bietet eine Perspektive für die Nachtkultur – jetzt müssen die Umsetzungsdetails geklärt werden, damit nach dem virtuellen Club-Festival «Dance Together» vom letzten Wochenende bald wieder gemeinsam im Club getanzt werden kann.

Grundsätzlich handelt es sich bei den letzten Mittwoch durch den Bundesrat vorgestellten Konkretisierungen bezüglich Einsatz des Covid-Zertifikats (GGG-Prinzip) um ein positives Signal, nach Monaten der Perspektivlosigkeit. Wird das Zertifikat wie angekündigt Anfangs Juni eingeführt, kann die Nachtkultur (Clubs, Tanzveranstaltungen) Ende Juni / Anfangs Juli mit einer Zutrittsbeschränkung auf Zertifikatsinhaber*innen wieder zugelassen werden.

Die Umsetzungsdetails sind noch unklar, allerdings geht die SBCK der Logik des Bundesrats folgend davon aus, dass sich auf Grund der Zutrittsbeschränkung – dem Schaffen einer covid-freien Zone – keine weiteren Schutzmassnahmen wie Kapazitätsbeschränkungen, Maskenpflicht oder sitzende Konsumation rechtfertigen lassen. Um die Akzeptanz des Zertifikats nicht zu gefährden sowie einer Diskriminierungsdiskussion vorzugreifen muss der Bundesrat sicherstellen, dass Testresultate von Beginn an als Alternative zur Impfung in das Zertifikat integriert werden können. Die Kantone sollen entsprechende Test-Kapazitäten gewährleisten, um den erhöhten Testbedarf bewältigen zu können. Und die Tests müssen als Alternative zur Gratis-Impfung kostenlos sein.

Die SBCK sowie ihre regionalen Verbände haben die folgenden Forderungen erarbeitet, damit das Öffnungsszenario des Bundesrats umsetz- sowie nachvollziehbar ausgestaltet werden kann:

  • Auf Grund der Schutzmassnahme Zutrittsbeschränkung (GGG-Prinzip) lassen sich keine weiteren Massnahmen (wie Maskenpflicht, Kapazitätsbeschränkung, Konsumationsverbot / sitzende Konsumation) rechtfertigen.
  • Im Juni sollen GGG-Pilotveranstaltungen im Clubsetting durchgeführt werden. Diese ermöglichen es die Umsetzbarkeit der Zutrittsbeschränkungen zu prüfen.
  • Darauf aufbauend sollen Tanzveranstaltungen mit bis zu 3’000 Personen ab Ende Juni / Anfangs Juli wieder durchgeführt werden können, sofern die epidemiologische Lage stabil bleibt.
  • Um eine Diskriminierung der jungen, ungeimpften Bevölkerung zu verhindern, muss der Zugang zu den Tests niederschwellig und kostenlos sein. Die Kantone sollen die entsprechenden Testkapazitäten gewährleisten, um die erhöhte Nachfrage bewältigen zu können.
  • Das vom Bund geplante Covid-19-Zertifikat muss im Juni bereit sein für einen Testbetrieb (Pilotveranstaltungen).
  • Negativ getestete sowie genesene Personen müssen das Covid-Zertifikat ab Einführung ebenfalls nutzen können.
  • Klärung der Haftungsfrage: was passiert wenn ein Gast den Vorverkauf nutzt und dann positiv auf Covid-19 getestet wird? Liegt das Risiko alleine beim Gast?

Zudem nehmen wir den Bundesrat beim Wort, dass die Zutrittsbeschränkung auf Zertifikatsinhaber nur eine vorübergehende Massnahme während der Phase II, Stabilisierungsphase, darstellt. Denn eine solche Einschränkung der persönlichen und wirtschaftlichen Freiheit lässt sich nur für einen bestimmten, möglichst kurzen, Zeitraum rechtfertigen. Es braucht eine konkrete Ansage, dass bei weiterhin stabiler epidemiologischer Lage sowie dem geplanten Impffortschritt ab der Phase 3, voraussichtlich September, keine Einschränkungen für die Nachtkultur mehr gelten werden.

Auch wenn das Covid-Zertifikat eine erste Perspektive darstellt, wird es noch weitere Monate dauern bis die Nachtkultur so etwas wie Normalität verspüren wird. Unabhängig ob Härtefall oder Entschädigung für Kulturunternehmen – die Covid-19 Unterstützung muss weitergeführt werden.

Dance Together – well, at least virtually…
Das virtuelle Club-Festival «Dance Together» hat letztes Wochenende einmal mehr aufgezeigt, welch wichtige Aufgabe die Nachtkultur innerhalb unserer Gesellschaft einnimmt. Über 500 Gäste (Avatare) nutzten die Möglichkeit sich zumindest virtuell mit Gleichgesinnten zu treffen. Die Beliebtheit der Videochat-Funktion bestätigt, wie wichtig der soziale Austausch mit gleichgesinnten im Rahmen einer Clubnacht ist und wie sehr unsere Gäste dies vermissen. Doch es zeigte sich auch wie wenig sich das Nachtleben durch eine virtuelle Welt ersetzen lässt und wie sehr die Bevölkerung sich nach realer Nachtkultur sehnt.

Seit Jahren weisen wir darauf hin, dass Kultur- und Gastrobetriebe wichtige soziale Aufgaben übernehmen, jungen (und älteren) Menschen einen geschützten (kreativen, kuratierten, organisierten, sicheren, …) Rahmen für die so wichtige Work-Life-Balance bieten – und nicht zuletzt deshalb system- und gesellschaftsrelevant sind. Nicht nur die Nachtkulturunternehmen, sondern die gesamte Gesellschaft – insbesondere die Jugend – braucht nun nach über einem Jahr Pandemie eine Aussicht auf Normalisierung.

Medienmitteilung vom 24.05.2021

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SBCK Medienmitteilung 03.06.2021: Trauerspiel, anders kann das Verbot von wissenschaftlich-begleiteten Pilotveranstaltungen ohne zusätzliche Schutzmassnahmen durch den Bund nicht interpretiert werden

SBCK Medienmitteilung 03.06.2021: Trauerspiel, anders kann das Verbot von wissenschaftlich-begleiteten Pilotveranstaltungen ohne zusätzliche Schutzmassnahmen durch den Bund nicht interpretiert werden

First out, last in – treffender könnte man den Zustand der Schweizer Nachtkultur nicht bezeichnen. Durch die sich leider immer mehr abzeichnende Planlosigkeit des Bundes, was Veranstaltungen mit einem mobilen und tanzenden Publikum betrifft, besteht die grosse Gefahr, dass der Zustand der Perspektivlosigkeit unnötig verlängert wird. Der Entscheid keine Pilotveranstaltungen mit dem Ziel eines Wissensgewinns zuzulassen – sogar in Kantonen, welche solche Veranstaltungen geplant haben, zu intervenieren – ist sinnbildlich für die aktuelle Situation und vor allem auch unverständlich vor dem Hintergrund, dass sich das BAG in Bezug auf die weiterhin trotz Zutrittsbeschränkung geltenden zusätzlichen Schutzmassnahmen (Maskentragpflicht, sitzende Konsumation, Kapazitäts-beschränkungen) darauf beruft, dass trotz des erfolgreichen Testversuchs in Liverpool, zu wenig Daten vorliegen die belegen, dass eine Zutrittsbeschränkung als einzige Schutzmassnahme ausreicht. England, Holland, Spanien und weitere Länder haben es vorgemacht, wissenschaftlich begleitete Pilotversuche sind dort integraler Bestandteil der Exit-Strategie. Welche Strategie der Bund nun verfolgt, indem er im Rahmen der geplanten Pilotversuche einfach das wiederholen lässt, was man schon weiss, ist schlicht und einfach ein Rätsel. Denn selbst der vorgesehene Realitätscheck des Covid-19 Zertifikates wird im Juni nicht möglich sein, da dieses wohl noch nicht die nötigen Daten enthält! Zur gesamten Situation passt, dass jede Pilotveranstaltung ein Evaluationskonzept vorlegen muss, doch wie diese Daten zu welchem Zweck ausgewertet werden sollen, ist gänzlich unbekannt!

Die Gestalter:innen der Schweizer Nachtkultur haben sich seit Beginn der Pandemie solidarisch mit den Massnahmen des Bundes gezeigt. Weiterhin geht es nicht um eine Hauruck-Öffnung, sondern um Nachhaltigkeit. Doch genau das Thema Nachhaltigkeit scheint nicht zu interessieren, anders können die aktuellen Entscheide nicht aufgefasst werden. Umso bedauerlicher, wenn dabei kantonale Bestrebungen (Waadt, Bern und Zürich) unterbunden werden, selbst wenn wie in Zürich eine wissenschaftliche Begleitung durch die Universität Zürich vorgesehen war. Durch das, dass nur Pseudotestversuche erlaubt sind, wird eine ganze Branche diskriminiert, die sich notabene seit Ende März, leider erfolglos, für die Durchführung solcher Pilot-Tanzveranstaltungen zur Wissensgewinnung einsetzte!

Dringender denn je braucht es eine klare Ansage, welche Perspektive die Nachtkultur in der Schweiz hat. Denn zusätzliche Schutzmassnahmen an Veranstaltungen mit rigorosen Zutrittsbeschränkungen (GGG-Prinzip) werden mit zunehmendem Impffortschritt weiter an Akzeptanz verlieren. Zudem sollte es möglich sein, Veranstaltungen mit sitzender Konsumation, Kapazitätseinschränkungen, Contact Tracing und Maskenpflicht auch ohne Zutrittsbeschränkung durchführen zu können. Eine Perspektive für die Kultur der Nacht ist der Bundesrat nicht nur der Branche, sondern auch den jungen Menschen in diesem Lande schuldig, die seit Beginn der Pandemie auf vieles verzichtet haben, was ihr soziales Leben ausmacht.

Medienmitteilung vom 03.06.2021