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BCK MEDIENMITTEILLUNG:  Defacto Schliessung von Musik-Clubs und Musik-Bars durch den Bund, wie weiter?

BCK MEDIENMITTEILLUNG: Das politische Trauerspiel auf dem Rücken der Unternehmen geht weiter!

Die Bar & Club Kommission hat Verständnis dafür, dass der Bund aufgrund der wieder steigenden Covid-19 Ansteckungszahlen reagieren muss. Seit Beginn der Pandemie haben unsere Mitglieder im Rahmen ihrer Möglichkeit die Massnahmen des Bundes unterstützt. Doch die aktuelle Salamitaktik und das Hickhack zwischen dem Bund und den Kantonen löst zunehmend Kopfschütteln aus. Hier wird ein politischer Machtkampf auf dem Rücken der Unternehmen ausgetragen, dabei verpasst man es eine klare Ansage zu machen, Barbetriebe zu schliessen und wie in Deutschland zu entschädigen. Stattdessen verliert man Zeit und entzieht den Unternehmen mit immer weiterführenden Auflagen jegliche wirtschaftliche Basis und nimmt somit einen Konkurs auf Raten in Kauf!

Schon vor der heutigen Verschärfung der Massnahmen durch den Bund erlitten die meisten Barbetriebe in der Stadt Zürich Umsatzeinbussen von mindestens 60%. Die nun ausgeweitete Sperrstunde auf 19.00 !!! entzieht den städtischen Gastronomiebetrieben jegliche wirtschaftliche Grundlage. Hinzu kommt noch, dass im Kanton Zürich weiterhin keine Freunde mehr, die nicht im gleichen Haushalt leben, am gleichen Tisch sitzen dürfen. Wie soll dies überprüft werden? Das Personal nimmt immer mehr die Rolle eines Polizisten ein, der Personalaufwand wird weiter steigen. Schon mit 40% des Umsatzes lassen sich in der Stadt Zürich die Fix- und Personalkosten nicht decken, das heisst die meisten Barbetriebe verlieren mehr Geld, als das sie einnehmen. Es gibt jetzt schon Abende an welchen eine Bar weniger als 20 Franken einnimmt. Die Gründe dafür liegen in der Polizeistunde, bei der sitzenden Konsumation (Kapazitätsrückgang), aber auch darin das viele Gäste wegbleiben, da sie verunsichert sind. Nicht verwunderlich, betont der Bundesrat ja bei jeder Gelegenheit, dass man möglichst auf soziale Kontakte verzichten und zu Hause bleiben soll.

Wieso der Bund nun nicht konsequent ist und Barbetriebe schliesst, stellt für uns ein Rätsel dar! Eine Schliessung wäre nicht nur aufgrund der epidiemologischen Lage die beste aller Lösungen, sie würde in der aktuellen Situation die betriebliche Wirtschaftssicherung erleichtern, denn nur bei einer amtlich verordneten Schliessung ist ein Härtefall gegeben. Nur dann lassen sich Verhandlungen mit Vermietern über eine Mietzinsreduktion führen oder allenfalls eine Versicherungsdeckung beanspruchen.

Ein Lichtblick gibt es in Bezug auf die Entschädigung der durch die Covid-19 Massnahmen stark betroffenen Branchen, da nicht nur das Budget für die Unterstützungsbeiträge erhöht werden soll, sondern nun auch Branchenlösungen angedacht sind. Denn Härtefall-Unterstützung braucht es jetzt und nicht erst im Frühling, wieso ist dies in Deutschland möglich und nicht in der Schweiz?

Die schwierige Situation in welcher sich die Bars in der Stadt Zürich befanden, verschlechtert sich somit kontinuierlich. Für Unverständnis sorgen dabei nicht die Massnahmen, sondern das politische Trauerspiel auf Ebene des Bundes und Kantons, welche nicht nur weitere Covid-19 Ansteckungen in Kauf nimmt und sondern auch Arbeitsplätze und die Existenz vieler Unternehmen gefährdet! Konsequenterweise müssten nicht nur die Gastronomiebetriebe geschlossen werden, sondern auch wieder Homeoffice eingeführt werden, damit die Mobilität der Menschen tatsächlich eingeschränkt wird. Der Kanton ZH könnte nun natürlich nächste Woche dementsprechend eine Schliessung der Gastronomie verfügen.

Umso wichtiger ist es nun, dass sich auch die Gäste mit der Nachtkultur solidarisieren, eine gute Möglichkeit dazu bietet «Ausgeben statt Ausgehen», ein gemeinsames Fundraising zur Stärkung des Zürcher Nachtlebens. Die Einnahmen kommen dabei dem neu geschaffenen Zürcher Nachtkulturfonds zu gute. Weitere Infos: www.ausgebenstattausgehen.ch

Medienmitteilung vom 11.12.2020