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Gemeinsam kommen wir da durch, gemeinsam werden wir auch wieder tanzen

BCK MEDIENMITTEILLUNG 19.06.2020: Das Nachtleben begrüsst die weiteren Lockerungsschritte durch den Bund, doch es braucht noch weitere Klärung und Unterstützung für das Nachtleben

Der Bundesrat präsentierte heute, Freitag, weitere Lockerungsschritte. Ab dem Montag den 22.06.2020 sind Veranstaltungen bis zu 1’000 Personen wieder erlaubt und die nationale Polizeistunde wird aufgehoben.

Die Bar & Club Kommission begrüsst diese Lockerungen, handelt es sich um die nächsten logischen Schritte eines etappierten Exits. Vor allem die Aufhebung der nationalen COVID-19 Polizeistunde war überfällig. Die Nachtkulturunternehmen wurden dadurch nicht nur vor grosse wirtschaftliche Herausforderungen gestellt. Die Polizeistunde war auch kontraproduktiv, da Bars und Clubs um 24 Uhr euphorisierte Gäste vor die Tür stellen mussten, die einfach auf der Strasse ohne Schutzkonzept und Rückverfolgbarkeit weiter feierten. Die Erhöhung der Personenanzahl auf 1’000 Gäste wäre zwar auch begrüssenswert, der Haken liegt aber in der damit verbundenen Auflage, dass sich jeweils nicht mehr als 300 Personen in einem Raum, Cluster befinden dürfen! Eine Lösung welche sich nur in den wenigsten Clubs der Stadt Zürich so umsetzen lässt – weshalb sich in Bezug auf die Gästezahl sich wohl für die meisten Nachtkulturunternehmen in der Stadt nichts ändern wird. Die Reduktion der Distanzregel von 2m auf 1.5m erleichtert es den Bars die COVID-19 Schutzmassnahmen umzusetzen. Dank der Möglichkeit stehende Konsumation wieder zuzulassen, kehrt somit ein wichtiger Teil der Barkultur wieder zurück.

Trotz der Freude, bleiben die Sorgen weiterhin bestehen. Das durch den Bund vorgegebene Tempo überrascht selbst die Akteure der Nacht. Die Nachtkultur ist keine Maschine, die von heute auf morgen wieder angelassen werden kann. Es braucht Zeit Inhalte zu entwickeln, ein Programm zu gestalten. Selbst wenn in der Schweiz alle Veranstaltungen wieder stattfinden könnten, befänden sich aufgrund der globalen Covid-19 Pandemiesituation zu wenig Bands und DJs auf Tourneen. Alleine mit Schweizer Künstlern lässt sich die Nachfrage nicht decken. Trotz den weiterhin bestehenden Herausforderungen gelten nun wenigstens Rahmenbedingungen, die sich an der Realität und am gesellschaftlichen Bedürfnis nach Kultur in der Nacht orientieren. Dies ermöglicht es weiteren Clubs in naher Zukunft den Betreib wieder aufzunehmen. Doch dies bedeutet keinesfalls Normalität, trotz Lockerungen wird das Nachtleben noch lange mit den Folgen von COVID-19 konfrontiert sein. Gerade die Übergangsphase durch den Sommer durch birgt die Gefahr von schleichenden Konkursen, falls die COVID-19 Unterstützung nicht weitergeführt wird.

Die Gesundheit unserer Gäste, der Bevölkerung liegt uns am Herzen, Hygienemassnahmen und Schutzkonzepte werden weiterhin Bestandteil von Veranstaltungen sein, Eigenverantwortung spielt eine wichtige Rolle und wie an anderen Orten, wo es zu engen Personenkontakten kommt, gilt auch im Club oder am Konzert, wer sich und andere schützt der trägt eine Maske. Grosse Hoffnung setzt das Nachtleben in den COVID-19 Tracing App, würde sich dadurch die Registrationspflicht erübrigen. Zudem würde die potentielle Ansteckungskette auf die tatsächlich engen Kontakte limitiert. Die Akteure des Zürcher Nachtlebens freuen sich auf jedes lachende Gesicht, gemeinsam haben wir eine schwierige Situation gemeistert, gemeinsam werden wir nun wieder mit der nötigen Vorsicht tanzen.

Medienmitteilung